Bewusst(er)leben, Damenmode, Intensive Gefühle, raxn-Designs, raxn-Stoffe, Stilvoll nähen, Tut-mir-gut-Zeit

Ich ringe… für pure Lebendigkeit. Abschied(e) und die Sonnenseite meines Lebens – mit Ringivo in Wien.

„vivo“ ist lateinisch und bedeutet „leben, am Leben sein“. Ringvivo. Dieser Name hat Gründe… doch was er nun zusätzlich für mich noch bedeutet, war mir zuvor nicht bewusst… Ihr Lieben, heute folgt ein sehr persönlicher Beitrag… denn dieser Tag, der 8. Juni ist wie kein anderer in all den 364 Tagen des Jahres. Heute liegen meine Trauer und Freude so nah wie an keinem der restlichen 363 Tage… Schatten & Licht. Wiener Abendsonne & Wärme. Heute nehme ich euch mit – in die Sonnenseite meines Lebens… dem Glück, das ich in Wien erleben durfte und all den Emotionen, die mich heute überkommen… an diesem 8. Juni. Und irgendwie hat alles miteinander zu tun…Ringvivo – so hab ich das Design hier auf dem Stoff genannt. Bereits vor vielen Monaten, als ich es entwarf. Die Kreise und Rundungen symbolisierten für mich das Leben und Lebendigkeit. Den Kreislauf des Lebens. Kleine und große Ringe – Kreise, die sich berühren… die Kontakt zulassen aber bei Bedarf auch für sich sind. Nähe und Abschiede… Neubeginne… So wie der Kreislauf des Lebens… und dass alles einen Anfang und ein Ende hat oder eben auch nicht… ein Kreislauf, der mich immer wieder zu mir selbst führt. Lebensringe… Ringvivo symbolisiert für mich pure Lebendigkeit.Doch dass dieser Stoff, erfüllt mit Leben und Lebendigkeit, genau jetzt, nämlich am Samstag diese Woche bei lillestoff, online geht…, das hatte ich so nicht vor bzw. nicht geplant. Es war Zufall – oder Schicksal? Immer wieder passiert dies in meinem Leben… dass etwas absolut seinen Sinn hat… dass ich mich jetzt wieder frage: wie kann das nur sein?Besonders jetzt in diesem Moment… Denn manchmal ist es auch ein „Ringen„… In dem Moment, in dem ich das hier schreibe, bin ich nämlich gerade tieftraurig… Nicht wegen meinem tollen Design, denn das liebe ich. Doch heute ist der 8. Juni 2017. Heute vor 11 Jahren starb mein Papa und ich musste Abschied nehmen… von dem Mann und Menschen, der mir am nächsten stand. Ich war ein absolutes Papa-Kind… Heute, genau 11 Jahre später, zeige ich euch diese Fotos voller Glück und Lebensfreude. Ich  hatte überlegt ob ich lieber nochmal eine Woche mit dem Bloggen meiner Bilder warte… bis ich wieder glücklich bin… bis dieser traurige Tag vorbei ist… Denn diese Bilder – erfüllt mit purer Lebensfreude – passen gerade eigentlich nicht zu meiner Traurigkeit heute in mir…

Oder doch?Vielleicht genau deswegen… Ich betrachte die Fotos… Als ich vor 2,5 Wochen in der Wiener Abendsonne so erfüllt mit Glück war wie schon lange nicht mehr… Voller Leichtigkeit. Der absolute Gegensatz, zu dem, wie ich heute empfinde. Heute bin ich still… und ziehe mich zurück… Doch in Wien war ich gelöst, frei und voller Leben. Lebensfreude pur.In Wien durfte ich für mehrere Tage eine wundervolle Zeit erleben. Zusammen mit meinem Mann. Am Sonntag Nachmittag – wenige Stunden bevor diese Bilder entstanden – hatte ich am Schneiderei-Markt meinen Vortrag gehalten: „raxn – Textildesign aus Leidenschaft“. Anschließend führte ich total schöne Gespräche mit Nähbegeisterten, die meinem Vortrag zugehört hatten. Einige sind sogar extra deswegen nach Wien zum Schneiderei-Markt gereist (gesonderter Blogpost über den Schneiderei-Markt sowie meine Wien-raxn-Reise folgen noch). Das ist so eine große Ehre für mich!Ich war dankbar, zufrieden und erfüllt. Dankbar für einfach alles in meinem Leben…. Dankbar dass mich die letzten Jahre hierher geführt haben. Dankbar dass ich dadurch sogar bis nach Wien reisen durfte. Auch jetzt in diesem Moment bin ich dankbar… Heute an diesem Tag… denke ich an meinen Papa. Der Mann, der mich 25 Jahre meines Lebens begleitet hatte und dem ich raxn zu verdanken habe. Der Mensch, der mich von klein auf „raxn“ genannt hat und der somit meinen Namen „raxn“ erfunden hat.Dass über 30 Jahre später raxn eine völlig neue Bedeutung bekam, hätte damals
wohl keiner gedacht oder erahnt… damals, als die Wortneuschöpfung „raxn“ mein Kosename war. Und dass ich mal mit 36 Jahren auf einer Wiener Mauer stehe – mit meinem eigenen raxn-Design und selbst genähter raxn-Mode… Ja, ich glaube mein Papa wäre stolz, wenn er mich jetzt hier sehen würde. Vielleicht sah er an diesem Abend vom Himmel aus zu. Der Himmel war so wundervoll blau an dem Abend…. und die Abendsonne erstrahlte mich… vielleicht die Strahlen meines Papas, der mir seine Wärme schickte… In meiner Phantasie ist alles möglich… Es war ein einzigartig wundervoller Abend… Ich glaube das sieht man in den Bildern… 

raxn – so nannte mich mein Papa. raxn bedeutet soviel wie „meine kleine freche geliebte Susn“ – eine liebevolle Bezeichung für mich als kleine Susn… „raxn“ – als bayerischen Begriff (mehr Infos HIER). Denn ich war ein Wirbelwind und wohl auch etwas frech… im positiven Sinne sag ich mal… haha! Ich war halt schon von klein an „auf Zack“, temperamentvoll und willensstark. 🙂 Und doch sensibel und verletzlich. Seiten an mir und Erfahrungen, die mich zu dem gemacht haben, wie ich heute bin…Und doch bin ich nie fertig mit meiner Entwicklung. Auch als Erwachsene nicht… Es ist ein lebenslanger Prozess. Auch immer wieder ein neues „Ringen„… Wir bleiben nie stehen… Ganz im Gegenteil: uns stehen alle Türen offen… denn als Erwachsener entscheide ich selbst in welche Richtung mein Leben gehen soll und was an mir ich leben will, was in mir heraus will und ich ihm Raum gebe. Ich weiß ich habe meine kleine raxn in mir und doch ist da die erwachsene raxn, die Frau. Meine kleine raxn – mein inneres Kind – möchte ich mir für immer bewahren. Und dazu brauche ich Freiheit. Frei fliegen… im Wind… wie mein Rock aus luftig-weichem Modal, der mir an dem Abend hier um die Beine schwang (oder schwingte? oder schwung?). Ich sollte mal googlen… 😉 Eigentlich bin ich ja ganz gut in „Deutsch“, doch manchmal weiß ich auch nicht alles…

Manchmal bin ich sogar verunsichert, doch das Leben lehrt… Auch ein Teil meiner kleinen raxn. Oft sogar weiß ich nicht wo etwas endet. Meistens eigentlich… Doch ich weiß ganz sicher dass ich das, was in meinem Leben passieren wird, immer bewältigen kann. Diese Stärke hab ich von meiner Mama. Dieses GEfühl und Wissen: ich kann alles meistern. Egal, was kommt… Und auf der anderen Seite ist genau das auch das Aufregende… ich will das Ende gar nicht wissen… ich will jetzt leben. … Alles hat ein Ende – ja so ist es. Und manche Enden muss ich einfach akzeptieren… Sei es das Ende einer tollen Reise wie hier im Wien… oder so richtig große und emotionsreiche Abschiede im Leben… Erfahrungen, die prägen…Am Tage dieses Shootings in Wien (die Bilder fotografierte übrigens mein Mann), entstand viel Neues, doch es endete auch etwas. Denn dieses Porträt hier war das letzte richtige Foto von meiner Spiegelreflexkamera, mit der ich vor vier Jahren meine Fotografie-Leidenschaft in mir entdeckte und die mir tatsächlich enorm am Herzen liegt. Weil sie mehr für mich ist als nur ein Gegenstand. Sie ist ein Medium, das mich in eine völlig andere Welt abtauchen lässt. Die mich die Welt mit anderen Augen sehen lässt… aus völlig neuen Blickwinkeln… Die mich die Welt auch mal durch die rosarote Brille sehen lässt, so wie ich sie haben möchte… Meine Kamera ist auch ein Kunstobjekt… sie ermöglicht mir kreativ zu sein… mich über meine Bilder auszudrücken… meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen… Diese Bilder hier sind die letzten mit ihr. Die Allerletzten. Auf dem folgenden Foto seht ihr wie sie bereits stark über belichtete und bei den nächsten ca. 10 Bildern klappte sie den Spiegel nicht mehr weg bis sie dann kompletten ERROR anzeigte.

Freud und Leid liegen so nah beieinander. Sei es in essentiellen Dingen des Lebens oder auch in solchen nicht wirklich wichtigen Sachebn des Lebens wie einer Kamera… Ich hatte meinen Mann gebeten am Ende des Outfit-Shootings noch ein paar Portraitaufnahmen von mir zu machen, denn ich wollte gerne ein schönes neues Profilbild. Und es wären einige total geniale Bilder noch entstanden, jedoch haben sie alle einen schwarzem Balken darin. Vielleicht ist es euch beim Profilbild weiter oben schon aufgefallen: der schwarze Balken unten am Foto. Mir gefällt es trotzdem und der Balken passt sogar zur schwarzen Kette – haha! Doch die meisten Balken verliefen direkt übers Gesicht.

An einem Tag wie heute hätte mich das richtig runter gezogen. Dass meine Kamera, die vor vier Jahren auch enorm viel Geld gekostet hatte, nun kaputt ist. Doch als dies in Wien passierte… und ich so erfüllt war mit purer Lebendigkeit – nahm ich es einfach so hin… Ich ärgerte mich nicht mal darüber.. Denn ich stand auf der Sonnenseite des Lebens… und das im wahrsten Sinne des Wortes. Unsere Stimmung und Grundhaltung macht soviel aus wie wir mit Ereignissen des Lebens umgehen…

Lange war ich nach meiner Reise am Überlegen wie ich weitermache… ob ich sie reparieren lasse… 4 Jahre war sie nun total viel im Einsatz… und letzten Endes hab ich mich entschieden die teure Reparatur nicht zu machen. Ich versuche inzwischen nachhaltig zu leben. Gegenstände nicht gleich wegzugeben… Meistens kann man nämlich Vieles reparieren (sei es in materiellen Dingen wie in Beziehungen…). Doch hier ist die Reparatur, die mein Mann als Laie probiert hat, gescheitert… und finanziell gesehen hatte es sich nicht gelohnt sie für den hohen Reparaturpreis einzuschicken…

Stattdessen hab ich das Reparaturgeld als Teilbetrag für eine Neuanschaffung hergenommen. Heute wird meine neue Kamera geliefert. Denn 2,5 Wochen ohne Spiegelreflexkamera waren nun die Grenze für mich. Ich brauche sie dringend und ich freue mich dass heute meine Neue kommt… die mich mitnehmen wird in viele neue Welten… Freud und Leid liegen so nah beieinander… Schon lange liebäugelte ich mit bestimmten Funktionen einer besseren Kamera, doch ich hätte mir nie eine gekauft, denn meine andere lief noch super. Doch jetzt… da sie kaputt war… DIE Gelegenheit…Und ich hatte noch viel mehr Glück: nämlich dass die Kamera erst nach dem Hauptshooting den Geist aufgab. Diese schöne Momentaufnahme schenkte sie mir noch:

Und irgendwie bin ich froh dass sie mir – kurz vor ihrem Ableben – noch diese Balken reingehauen hat. Sie sind eine Erinnerung. Das Schwarze. Die Trauer?

Nein, dieses Bild symbolisiert für mich ein Stück weit mein Leben. Ohne den Balken wäre das Bild wohl perfekt. Doch so zeigt es mir immer wieder, bewusster wahrzunehmen und genau hinzusehen. Es erinnert mich daran welch großes Glück ich habe. Denn trotz allem, wodurch mein Mann und ich in den letzten gemeinsamen 16 Jahren gehen mussten oder durften (darüber erzählte ich euch bereits in verschiedenen Blogbeiträgen)… es hat uns gestärkt und wir sind jetzt dankbarer an diesem Leben teilhaben zu dürfen. Dieses Bild ist ein Hinweis. Vielleicht hat mir mein Papa an diesem Tag nicht nur die warmen Sonennstrahlen geschickt, sondern auch diesen schwarzen Balken… Ok, jetzt wird es schon sehr „esoterisch“… haha – aber wer weiß. In meiner Phantasie kann ich mir alles so ausmalen, wie es mir gerade gut tut.. Und es tut mir enorm gut in allem einen Sinn zu sehen… Dieser schwarze Balken hilft mir:  mich immer wieder daran erinnern, dass nicht alles hell und klar in meinem Leben bisher zwar… Dass es auch diese schwarzen Balken gab… denn zu schnell kommt man in den Alltagstrott… Und gleichzeitig hat meine Kamera mit diesem Shooting Abschied genommen und mir diesen ERinnerungs-Balken hinterlassen (fast wie ein Brett vorm Kopf… haha) in etwa wie: „Hey, wir hatten eine tolle Zeit! Wir haben vier Jahre Leben miteinander genossen! Unzählig viele einzigartige Momentaufnahmen haben wir zusammen eingefangen“.

Momente der Leidenschaft und der Lebensfreude.

Momente tiefer Bewusstwerdung…

Schnappschüsse, die fotografisch nicht perfekt waren, dafür voller Leben.

Jetzt ist sie „tot“ wie auch mein Papa tot ist… und doch hat sie mich so lange begleitet.

Der Kreislauf des Lebens… Ringvivo! Meine Kamera ist ein Gegenstand. Kein Mensch. Sie ist mit Geld zu ersetzen. Ein Mensch. Nicht. Absolut nicht vergleichbar. Und doch ein Beispiel dafür dass alles im Leben seine Zeit hat. Ein anderes Beispiel: Kurz vor meiner Wienreise hab ich mir eine neue Uhr gekauft. Das erste Mal nach ca. 15 Jahren. Denn zuvor trug ich meine Uhr, die mir mein Papa noch gekauft hatte, als ich ca. 21 Jahre war. Ich hatte sie selbst ausgesucht und bekam sie von meinen Eltern zum Geburtstag. Sie lief immer super. Ich musste in der Zeit nur einmal das Lederband ersetzen, bis dann vor einigen Jahren ein Scharnier brach und ich mich nicht um eine Reparatur kümmerte, sondern einfach kein Uhr mehr trug. Ich war in Elternzeit zuhause und brauchte nicht unbedingt eine. Was staunte ich als mir mein Mann beim letzten Weihnachtsfest vor 6 Monaten meine Uhr schenkte, nämlich repariert. Damit hatte ich nicht gerechnet und freute mich sehr. Fortan trug ich sie wieder und seid ich mit raxn in mein Designstudio gezogen bin, brauchte ich sie sogar wieder (um pünktlich zuhause zu sein und die Zeit im Blick zu haben). In der letzten Zeit, blieb sie immer wieder mal stehen bzw. hatte eine Zeitverzögerung, doch ich glaub sie hätte einfach nur eine neue Batterie gebraucht. Ich hatte nicht vor mir eine neue zu kaufen, schließlich verbinde ich mit meiner alten Uhr auch die Erinnerung an meinen Papa. Und sie lief meistens gut. Überhaupt kein Grund sie auszutauschen.

Und dennoch hab ich mir kurz vor meiner Wienreise relativ spontan eine neue gekauft. Ursprünglich wollte ich nämlich ein Fitnessarmband (inkl. Mini-Uhr), mit dem man schwimmen kann und das im Alltag dennoch schick ist. Nach viel Recherche und Empfehlungen kam ich dann jedoch zu einer ganz anderen Uhr, die ich nun für Schwimmen, Sport, Alltag etc. hernehmen kann (mit austauschbarem Armband) und bin total zufrieden damit. Obwohl ich meiner Uhr von meinem Papa emotional sehr verbunden bin, ließ ich sie gehen… Ich nahm ein Stück weit Abschied. Doch nicht ganz. Sie liegt nun in einer Schale neben meinem Bett. Als Symbol. Sie bleibt mir erhalten. Denn wenn ich vom Tod meines Papas eins gelernt habe, dann ist es die Zeit im Auge zu haben. Mein Papa hat sein Leben lang gewissenhaft gearbeitet, war fast nie krank… und als er dann nach der Rente all die Reisen noch mit meiner Mama unternehmen wollte und seinen Ruhestand genießen wollte, hatte er nicht mehr lange etwas davon… „Wenn ich mal in der Rente bin“…

Ich warte nicht. Ich tue es jetzt. Denn ich weiß nicht was in Jahren ist. Jetzt will ich etwas erleben. Jetzt will ich reisen. Jetzt will ich teilhaben. An der wundervollen Seite des Lebens stehen. In all dem Kreislauf des Lebens… all den Ringen und Kreisen und auch dem „Ringen“… dem „Ringen“ ums Leben…

Das ist auch ein Grund, weshalb mein Mann und ich diese viertägige Wienreise zusammen gemacht haben. Ohne Kinder – nur wir zwei. Und das tat so enorm gut!!!! Darüber schreibe ich euch in einem extra Blogpost noch.

Ich schaue immer wieder zurück und erinnere mich… Dann wenn es nötig ist… an die schönen Erinnerungen in meinem Leben aber auch an die, welche mich knabbern ließen und herausforderten…

Doch am meisten stehe ich im Hier und Jetzt… Nicht immer gelingt mir das. Und immer wieder brauche ich Momente, die es mir wieder bewusst machen. Aber ich weiß mir zu helfen. Durch Symbole und Rituale. Wie etwa das Foto mit dem schwarzen Balken. Ich werde es entwickeln lassen und mir neben mein Bett hängen. Zu meiner Uhr von meinem Papa… Ich schaue nach vorne, doch ich tue es jetzt. Morgen kann es bereits zu spät sein. Das hat mir mein Papa gelehrt… nicht bewusst… doch seine Erfahrung hilft mir heute meinen eigenen Weg zu gehen.

Mit meinem Modal Ringvivo verbinde ich nun viel mehr als ich ursprünglich gedacht hätte. Nicht nur „das Leben“ sondern auch meine Wienreise. Die Freiheit, die Sonnenseite, das Schwingen und die Lebendigkeit. Dieses Shooting hier sowie all die Gedanken an meinen geliebten Papa. Wien hat mir enorm viel gegeben. Das Flair, der Charme und die sympathischen Menschen dort. Ich liebe die Gebäude und den Stil der Stadt. Ich hab mich in das Wiener Flair verliebt. Und ich bin mir sicher dass es nicht das letzte Mal war… dass ich dort zu Besuch war. Müsste ich spontan eine neue Wahlheimat aussuchen (in einem anderen Leben) und umziehen und wäre absolut unabhängig und alleine (also ohne Familie), würde ich aktuell nach Wien ziehen. Doch ich liebe es, wo ich mit meinem Mann und Kindern lebe und werde dort auch nicht weggehen. Deswegen: zum Glück kann man an wunderschöne andere Orte reisen – als Besucher.

Ihr Lieben, jetzt ist tatsächlich schon das Ende meines Beitrags… und ich hab noch gar nichts zu meinem genähten Rock erzählt. Doch all das, was in mir war – an Gedanken und Gefühlen – musst zuerst heraus… Ich glaub ich schreib euch noch einen zweiten Beitrag zu dem Rock… Ich werde ja sowieso auch noch mehr über meine Wien-Reise bloggen. Doch kurz für alle, die es jetzt bereits wissen möchte: ich habe ihn nach dem Tutorial „Wickelrock mit Kellerfalte“ (von Ricarda Haase) aus der Fernsehsendung „ARD-Buffet“ genäht. Das Bindeband hab ich in der Höhe erweitert sowie in der Breite verlängert bzw. zwei Bindebänder in der Mitte zusammen genäht.

Genäht hab ich ihn aus meinem Design „Ringvivo“ (Modal), welches am Samstag bei lillestoff erscheint. Hier hatte ich den Andruck verwendet und ich freue mich dass er nun fertig produziert ist und es ihn für euch alle gibt! Übrigens ist der Rose-Karamell-Ton der gleiche wie bei meinem Modal Anicara. Und somit auch der Uni-Modal „coffee-rose“ von lillestoff der ideale Kombistoff.

Meine Modalstoffe erscheinen in der neuen FOR:mig – Linie von lillestoff. Näheres darüber erfahrt ihr wenn ihr auf das Logo klickt:

Und ja, das war’s für heute.

Es ist bereits nachmittags… diesen Beitrag zu schreiben fiel mir heute nicht leicht… ich hab immer wieder Pausen gemacht. Und doch wollte ich darüber schreiben… Und jetzt gehts noch zu RUMS mit meinem selbst genähten Kellerfalten-Wickelrock.

Eure

About Susn

Hallo, ich bin Susn alias Susanne Ida Schiegl, freie Designerin aus Bayern/Germany und Gründerin des Labels raxn. Ich bin 35 Jahre jung, Mama von vier wunderbaren Kindern und voller Leidenschaft für alles Schöne, das mich glücklich macht.

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7 thoughts on “Ich ringe… für pure Lebendigkeit. Abschied(e) und die Sonnenseite meines Lebens – mit Ringivo in Wien.

  1. Petra sagt:

    Du berührst mich tief mit deinen Worten… ich sende dir mein Mitgefühl….denn ich bin auch ein Papa-Kind und seitdem mein Papa im Heim ist, ist bei mir eine Welt zusammengebrochen….er war immer mein großer starker Beschützer, hat mich aus jedem Schlamassel gezogen, es mir ermöglicht für ein Jahr in den USA zur Highschool zu gehen, hat mir Unterschlupf gewährt als ich hochschwanger mit Mann und meinem 2,5jährigen obdachlos war, hat mich während meiner Selbständigkeit buchhalterisch unterstützt und beim endgültigen Verkauf geholfen, er war immer ein spendabler Opa, obwohl er es nicht guthieß, dass ich so früh schwanger wurde….ja und dann war er ganz plötzlich total verwirrt, hat sich am Flughafen nicht mehr zurecht gefunden und war plötzlich ein kleiner hilfloser Junge, der nachts ständig an mein Bett kam, weil er Angst hatte….auf einmal drehte sich alles um und ich habe ihm geholfen, war bei ihm zuhause, weil er Angst hatte, habe seine Wohnung in Süddeutschland aufgelöst, zwei Paletten mit Kartons monatelang sortiert (er hatte 5 Jahre lang nichts mehr abheftet, obwohl er das sonst immer im Blick hatte), ich habe mich um 10 Immobilienfonds gekümmert, von denen wir gar nichts wussten und die alle kaputt waren, eine Materie, mit der ich nie etwas zu tun haben wollte, wurde für Jahre zum Dauerthema und nun müssen nur noch 2 davon abgewickelt werden, die ursprünglichen 500.000€ Rückzahlung konnte ich auf wenige 10.000€ reduzieren….es war eine Horrorzeit, voller Angst und Sorgen, voller intensivem Kümmern um meine Eltern und ich selbst mit schwerer Depression und Kindern, die es extrem schwer hatten…jetzt jedoch merke ich, dass mein Papa mich sehr stark gemacht hat…ohne seinen Einbruch, wäre ich nicht so in meine Kraft gekommen…
    …Danke dir Susn für dein Erinnern…❤️❤️❤️🦋🦋🦋😘😘😘

  2. Claudia sagt:

    Hallo raxn, alle Papa-Kinder können dich sehr gut verstehen. Toll geschrieben.

  3. andrea sagt:

    liebe susn, was für ein emotionaler blogpost. spannend, wie viel manche reisen bei dir immer wieder bewegen. ich freu mcih, dass die zeit für dich so schön war und dass du eine angenehme Erinnerung daran hast. die bilder sind jedenfalls ein traum geworden.
    das mit deinem papa kann ich vermutlich gar nicht so nachvollziehen, denn so eine innige Beziehung hatte ich nie mit meinem vater. und ich hab ihn auch noch. aber ich freu mich, dass dir so viele schöne Momente im herzen bleiben. und so schwer so ein verlust auch immer ist, im herzen bleiben sie immer bei uns.
    es war sehr schön, dich in wien wieder live zu treffen. das nächste mal, schaffen wir es dann vielleicht einen Kaffee zusammen zu trinken!
    alles liebe
    andrea

  4. Nadine sagt:

    Dein Beitrag hat mich sehr gerührt. Du hast es so gefühlvoll geschrieben und ich kann Dich gut verstehen. Lebe jetzt und lebe richtig. Das sollte das Motto sein. Sehr schön geschrieben. Und Ringvivo mag ich nun noch mehr, wo ich seine Bedeutung kenne. Fühl Dich gedrückt. Du bist ein sooo toller und sympathischer Mensch. Erhalte Dir diese Art.

  5. Andrea sagt:

    Liebe Susn, eigentlich wollte ich gleich gestern Deinen Blogpost lesen. Das wäre aber zwischen Tür und Angel geschehen und dafür war er mir tatsächlich zu schade. Jetzt, nachdem die Kinder abgefüttert und friedlich am spielen waren, ich mir eine Tasse Kaffee geholt und mich gemütlich hingesetzt habe, um eine Pause zu machen, jetzt also war der richtige Zeitpunkt. So schöne Bilder! So ein berührender Text! Ich nehme tatsächlich aus Deinen persönlicher geschriebenen Texten immer etwas mit, etwas positives, etwas, das zum nachdenken anregt. Etwas das bleibt.
    Du machst sehr viel richtig!
    Alles Liebe vom Ammersee,
    Andrea
    P.S.: fast vergessen: wunderschöner Rock aus einem Traumstoff 🙂

  6. Monika sagt:

    Liebe Susn,

    danke für diesen Einblick in die Person hinter Raxn und die Erzählung über deinen Wien-Besuch. Es schaut aus, du magst Wien, unsere Bundeshauptstadt. Vieles kann ich , was du von deiner Beziehung zu deinem Vater schreibst. Mein Vater starb mit 43 Jahren nach einem Autounfall, bei dem ich als Vierzehnjährige neben ihm im Wagen saß.
    Ich danke dir für deinen wundervollen Blogpost.

    Herzliche Grüße aus Niederösterreich!
    Monika Rosenherz

  7. Monika sagt:

    Ach ja, liebe Susn, ich habe Stileganto vernäht. Ich liebe dieses Desgin. Schön zu wissen, dass es von dir stammt.
    Herzliche Grüße
    Monika Rosenherz

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