Kostüme, raxn-Welt

Achtung – freilaufendes Raubtier gesichtet!!! Leopardenanzug selber nähen.

– ACHTUNG ACHTUNG –
Warnung! Freilaufendes Raubtier gesichtet!!! 
(Die Fotos in diesem Blogpost haben etwas Besonderes an sich – vielleicht entdeckst du das – weiter unten erkläre ich es.)
Diese Warnung ging letzte Woche hier bei uns durch alle Medien.
 Denn ein gefährlicher und wilder Leopard wurde auf freier Wildbahn entdeckt.
Mitten bei uns – in einem kleinen bayerischen Dörflein.
Lange konnte keine Entwarnung gegeben werden.
Stattdessen Angst und Schrecken…
…vor dem gefährlichen wilden Tier.
Uns Einwohnern wurde geraten sich in Acht zu nehmen, denn der Leopard könnte uns jederzeit auf der Lauer liegen.
Am besten solle man gar nicht das Haus verlassen, so hieß es.
Doch nach langer Bangezeit konnte er heute kurz vor Mitternacht endlich eingefangen werden.
 Ja und da stellte man doch wirklich fest, dass es sich gar nicht um einen echten Leoparden handelte, sondern lediglich um ein Kind im Kostüm! 🙂
Haha!
Nach dieser kleinen Einführung folgt nun die wahre Geschichte:
Ist dir schon etwas aufgefallen???
Merkst du einen Unterschied an den Fotos????
Ja oder nein???
Oder erst jetzt, da ich es erwähne?
Irgendetwas ist anders…
Also: diese Bilder hier sind bereits genau 1 Jahr alt (Infos wie ich bezüglich der Kameraeinstellungen damals noch anders fotografierte siehe Ende des Blogposts).
An Fasching 2014 war im Kindergarten meiner Maxi- und Miditochter das Thema „Zirkus“. Meine Maxitochter wollte sich als Leopard verkleiden. Erst dachte ich: kein Problem! Das ist schnell genäht. Ich wollte nämlich Leopardenjersey kaufen und ihr daraus eine Leggins und ein Shirt nähen. Eher enganliegend – wie so ein „schlanker, graziler“ Leopard halt. Doch damit war meine Tochter überhaupt nicht einverstanden. Denn sie wünschte sich einen Leopardenanzug. „Mama, keinen so engen! Sondern einen, der ganz weit und locker ist!“ Na toll, also doch nicht ganz so schnell gemacht, wenn es eine Art Overall sein soll… doch was tut man nicht alles für sein Kind… Damals war ich daraufhin total motiviert einen selbst zu nähen. Hatte ja Zeit dazu – hatte schließlich noch keinen Blog. Haha. 😉
Doch dieses Vorhaben war für mich gar nicht so einfach. Denn ich fand kein passendes Schnittmuster dazu bzw. kein fertiges Kostümschnittmuster und so musste ich improvisieren.
Inzwischen gibt es übrigens von „Kullaloo“ ein Schnittmuster, das mehrere Tierkostüme beinhaltet. Hier der Link dazu:
 Das finde ich sehr genial! Wie gesagt, damals aber gab es das noch nicht.
So kaufte ich mir ein Schnittmuster für einen Overall, den ich dann zum Leopardenkostüm umfunktionieren würde (Info zum Schnitt siehe Ende des Blogposts).
Das war dann gar nicht so schwer weil ich dafür lediglich an die Kapuze Ohren sowie hinten einen Schwanz annähen musste.
Ich hab an der entsprechenden „Ohr-Stelle“ zwei Einschnitte gemacht und dort Ohren mit eingenäht.
Das gleiche beim Leopardenschwanz. Einen (an einem Ende geschlossenen) Schlauch genäht, befüllt und mit eingenäht.
Den Stoff habe ich bei Butinette bestellt. Dort findet man im Faschings-Shop jede Menge Tierfellstoffe. Dieser hier ist superschön kuschelig weich und fühlt sich fast wie echtes Fell an.
Mit der Qualität bin ich absolut zufrieden.
Innen ist der Anzug mit schwarzem Jersey gefüttert. Dadurch ist er relativ warm, vor allem weil der Fellstoff aus Polyester ist. Durch Das Füttern mit dem angenehm weichen Baumwolljersey kann man den Anzug jedoch direkt auf der Haut tragen (mit Unterhemd etc.), dann wird es auch nicht zu warm. So war es für meine Tochter dann optimal. Mit Langarmshirt wurde es ihr nämlich beim „Testtragen“ zu Hause erst zu warm.
Vor dem Reißverschluss einnähen hatte ich damals noch recht Bammel. Vor einem Jahr hab ich noch nicht so extrem viel wie inzwischen genäht und hatte weniger Erfahrung. Doch es lief sehr gut. Ich war damals wirklich stolz auf diesen Anzug und bin es immer noch.
Dem guten Teil sieht man nicht an dass es selbt genäht ist. Könnte auch von der Stange kommen. Hätte ich quasi so kaufen können, aber ich fand damals keinen Leopardenanzug und zudem war ich ja so hochmotiviert das selbst ausprobieren zu wollen.
Wie gesagt, da hatte ich noch keinen Blog und noch soooooviel Zeit… haha… 😉 – und meine Zwillinge schliefen da auch noch untertags mehr als jetzt… 😉
Doch bereits damals dachte ich daran Fotos zu machen. Schließlich war mein Blog vor einem Jahr bereits in Planung und ich arbeitete schon zu der Zeit in so einigen Nächten ab Januar daran…
…bis er dann im Mai online ging.
Doch nun zu den Fotos: damals wollte ich ein paar schnelle Bilder vom Kostüm knipsen. Zu dem Zeitpunkt war völlig anderes Wetter als dieses Jahr. Es lag kein Schnee und war nicht so eisig kalt. Zwar kühl aber eine Zeit lang konnte man sich auch nur mit dem Anzug draußen aufhalten (allerdings für draußen mit Strumpfhose und warmen Shirt darunter). Meine Maxitochter vertiefte sich dann total ins Spiel. Mit ihrem Leopardenkostüm lief sie bereits die Tage zuvor im Haus herum und sprang übers Sofa, krabbelte am Boden usw. – sie fühlte und lebte wie ein Leopard… 😉
So wollte sie auch beim Fotografieren dass ich unbdingt alles fotografieren soll was sie macht. So zum Beispiel auch wie der Leopard seine Tatze leckt. 😉
Übrigens hat sich das Nähen des Anzuges total gelohnt. Meine Kinder verkleiden sich unterm Jahr auch total oft und viel. Deswegen haben wir inzwischen schon zwei große Verkleidungskisten mit jede Menge Kostüme und Requisiten.
Das Leopardenkostüm zieht meine Maxitochter regelmäßig hervor und spielt, krabbelt, springt damit und darin herum.
Solche Kostüme kann man also getrost auch unterm Jahr mal nähen oder zum Geburtstag schenken. Nicht nur an Fasching.
Die Taschen mag meine Tochter besonders gerne. Auch wenn ein echter Leopard keine hat, so sind sie doch praktisch das gefundene Futter etc. darin zu verstauen.
Auf den Fotos erkennt man noch ganz gut dass der Stoff zu Beginn beim Nähen sehr fusselte. Das Fell ist zwar gut zu verarbeiten aber es fusstelt ganz schön arg. Deswegen hingen zu Beginn am schwarzen Jersey direkt nach dem Nähen noch jede Menge mini Fellfasern. Ich hab diese dann grob abgeschüttelt. Hier sieht man nur noch die minikleinen Restfasern, die nicht abgehen wollten.
So auch an den Armbündchen, die ich übrigens bewusst etwas länger gemacht habe, da sie so gleich die Leopardenpfoten sein sollen. Quasi schwarze Tatzen, die sich meine Tochter bei Belieben etwas weiter über die Finger ziehen kann.
Hier haben wir extra den Anzug etwas hochgehoben damit man sieht dass auch der Bund unten noch reichlich ist. Somit wächst der Anzug schön mit. Vor einem Jahr noch hing der Fellstoff bis nach unten (wie man am linken Bein leicht erkennen kann im Vergleich zum rechten, bei dem der Stoff fürs Foto hochgezogen ist). Jetzt ist meine Tochter viel gewachsen und das Bündchen kommt schon etwas zum Vorschein.
Ach ja und um nochmal auf die Fotos zurückzukommen:
ist es euch aufgefallen dass diese hier etwas anders sind, als Fotos aktuell von mir?
Ich muss sagen dass ich die Bilder vor einem Jahr total klasse fand!!! Doch letzte Woche öffnete ich den Ordner um sie für diesen Blogpost hier zu bearbeiten und riss ganz schön die Augen auf. Denn die meisten waren total unscharf und gefielen mir nicht mehr. Die ganze Bildkomposition, fehlendes schönes Bokeh (verschwommener Hintergrund) auf vielen Bildern, Fokus falsch gesetzt etc. Ich musste also total viele von vornherein ausschließen, obwohl sie vom Motiv an sich her schön oder interessant gewesen werden. Bei den restlichen konnte ich in der Bildbearbeitung dann zum Glück viel rausgehole und noch einiges „retten“. Die Fotos, die ihr oben gesehen habt, waren für mich also ok und einige ja auch richtig gut… Aber wie gesagt, ich sehe bei mehreren davon einen deutlichen Unterschied. Vielleicht fällt das anderen gar nicht so auf. Mir aber schon, bin ich bei meinen eigenen Bildern inzwischen durch die Übung auch kritischer geworden. Bezüglich Schärfe, Fokus, Bokeh, Bildausschnitt etc.
Vor einem Jahr hab ich noch mit meiner Spiegelreflexkamera im Automatikmodus fotografiert. Erst kurz darauf begann ich mit manuellen Einstellungen zu experimentieren und mich in diese neue faszinierende Welt zu begeben. Und das sieht man eben an den Bildern. Schärfepunkt, Bokeh etc.
Bei ein paar Bildern hatte ich Glück und die Kamera fokussierte mir im Autmatikmodus den richtigen Bereich, bei anderen aber weniger.
Das finde ich so spannend wenn man Bilder ansieht bevor man fotografisch einen neuen Weg gegangen ist. Es lohnt sich auf alle Fälle den Automatik-Modus zu verlassen und manuell zu fotografieren. Dadurch erst kann man Bilder soviel besonderen Ausdruck und seine eigene persönliche Komponente verleihen.
So, das wars heute zum Leoparden-Post.
Ich hab letztes Jahr auch meiner Midi-Tochter ein Kostüm zum Thema „Zirkus“ genäht. Das zeige ich euch auch noch. Das ist ganz anders als dieses hier – sehr sehr bunt und farbenfroh!!! 😉 Doch zuvor gibt es hier am Donnerstag den 1. Teil von „4 Kleider auf einen Streich“ zu sehen. Mehr dazu in zwei Tagen.
Herzliche Grüße
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Schnitt: Wende-Spielanzug „play.time“ von Leni Pepunkt
Stoff: Leopardenstoff von Butinette
Verlinkt mit: Creadienstag

About Susn

Hallo, ich bin Susn alias Susanne Ida Schiegl, freie Designerin aus Bayern/Germany und Gründerin des Labels raxn. Ich bin 35 Jahre jung, Mama von vier wunderbaren Kindern und voller Leidenschaft für alles Schöne, das mich glücklich macht.

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3 thoughts on “Achtung – freilaufendes Raubtier gesichtet!!! Leopardenanzug selber nähen.

  1. creastina sagt:

    Der Anzug ist soooo klasse!
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht wie Du: Kinder tragen ihre Kostüme das ganze Jahr über…. und nicht nur das. Mein Sohn war sogar die komplette Kindergartenzeit über ein Ritter, nie ging er aus dem Haus ohne sein Holzschwert 🙂

  2. Wieder ein toller Post! Wie Du die Geschichte über Tage angekündigt hast, klasse! Und die Fotos sind wunderschön, auch wenn sie noch aus Deiner weniger professionellen Zeit stammen 😉

  3. Wunderschön! Ja, Du hast Recht mir den Fotos – aber klasse sind sie auch vor einem Jahr gewesen! Ich muß mich unbedingt mehr mit dem Fotografiern beschäftigen! Aber wann?
    Am tollsten finde ich die Leoparden Schuhe! Klasse 😀

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