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Abschied für immer – die letzte Fahrt… mit Tresblüten petrol

Ich bin traurig! Das hier zu schreiben, hatte ich gar nicht vor. Ich wollte euch doch völlig anderes erzählen, wenn ich das neue Outfit aus Tresblüten in petrol zeige. Doch vorgestern Abend hab ich es gemerkt: unsere Kult-Vespa ist weg. Unsere „Maus“, mit der ich letzte Woche noch diese Fotos machte. Und ich konnte mich gar nicht verabschieden.

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Abschiede tun weh. Der schlimmste bisher war der von meinem Papa. Vor 10 Jahren. Absolut nicht vergleichbar mit dem Verlust hier… und doch wühlte dieser in den letzten Tagen viele erlebte Gefühle in mir auf. Lässt mich daran erinnern, was es bedeutet loszulassen… und zu akzeptieren. Dass das Leben nun mal so ist.

Dass Dinge kommen und gehen. Genauso wie Menschen. Auch wenn ersteres im Vergleich zu Personen wirklich nicht wichtig ist… und dennoch… Als ich letzte Woche diese Fotos fotografierte, wusste ich nicht, dass dies das letzte Mal sein wird, dass ich unsere Vespa fotografieren kann. Dass sie wenige Tage später weg sein wird…

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Montag Abend, als ich das Garagentor zuzog, fiel es mir erst auf. Sie ist weg. Sie steht nicht mehr in der Garage und auch nicht mehr vorm Haus, wo sie die letzten Wochen war. Sie ist nun tatsächlich weg. Mein Mann hat unsere Vespa verkauft. Während ich von Freitag bis Sonntag auf dem Lillestofffestival in Hannover war. Natürlich nicht komplett ohne mein Wissen. Er hatte es ja vorher schon gesagt, dass er das demnächst tun wird. Doch ich hoffte noch, er entscheidet sich dagegen. Und ich hoffte dass sie keiner kaufen mag… Denn an ihr hängen so viele Erinnerungen…

Ich bin sehr traurig und im ersten Moment war ich auch sauer auf meinen Mann. Weshalb hatte er es mir nicht gesagt oder eine Whats-App-Nachricht geschrieben (ich war ja auf dem Lillestofffestival)? Dass ein Interessent kommen wird… Wie konnte er das nur tun?

tresblueten-petrol-by-raxn-shooting-l-3-von-8So viele Stunden hatte er vor einigen Jahren in sie reingehängt… Er hatte sie gebraucht gekauft und von weinrot in blau umlackiert. Dazu die Vespa-Schriftzüge und den Namen der Vespa: Maus.

Wunderschöne Erinnerungen verbinden wir mit ihr. Neben privaten Fahrten damit auch hier bei raxn. Das herausragende Retro-Nannerl-Shooting zum Beispiel, das für mich immer noch etwas ganz Besonderes ist. Aber noch mehr das Shooting heuer im Frühjahr, als wir Familienfotos für unsere Hochzeitseinladungs-Karten fotografierten (wir sechs alle auf der Vespa). Einzigartige Bilder sind damit entstanden, die uns für immer begleiten werden. Und natürlich war sie auch an unserer Familienhochzeit im Juli diesen Jahres total im Einsatz. Als wir zu zweit auf der Vespa zur Kirche fuhren. Die Hochzeitsgesellschaft gehend hinter uns… und wir vorne Schleifen drehend fuhren… die Megaboom-Musik-Box an der Vespa hängend, aus der Musik erströmte…

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Und jetzt ist sie weg… er hat es wirklich getan. Es ist hart zu akzeptieren. Dennoch hat er Recht, wenn ich es vom Verstand her betrachte… Ich kann ihn absolut verstehen und manchmal muss man sich einfach von Geliebtem lösen… Er hat das Richtige getan. Hat ihn unsere Maus doch im letzten Jahr mehr verlassen als beigestanden. Immer wieder blieb sie stehen und der Grund war nicht zu finden. Genau genommen seit er sie einmal in der Werkstatt hatte, weil etwas Öl tropfte. Danach blieb sie immer wieder stehen. Mitten auf dem Arbeitsweg. Ob hin oder zurück… Ein Glück dass sie auf der Hochzeit wenigstens noch ging. Doch auch da musste man ihn anschieben, bis sie funktionierte. Und das nervte meinen Mann. Ist ja klar. Er hätte noch in eine andere Werkstatt gehen können, doch er wollte nicht mehr.

Und so verkaufte er sie nun. Es gab tatsächlich jemanden, der sie trotz des immer wieder nicht Anspringens und Stehen bleibens haben wollte. Für jemanden, der sich KFZ-mäßig super auskennt ist das wahrscheinlich auch kein Problem und der Kauf ein Schnäppchen. Mein Mann kann ja enorm viel. Er ist ein handwerkliches Genie. Aber KFZ-mäßig kennt er sich nicht so gut aus, so dass er selbst an der Vespa herumschrauben könnte und möchte. Wenn es schon die Roller-Werkstatt nicht geschafft hat, sie in Schuss zu bringen. Denn dort hatte sie mein Mann in der letzten Zeit mehrmals. Und jedes Mal hieß es jetzt ginge sie wieder, doch dann blieb die Maus dennoch stehen… Und die andere Werkstatt, zu der mein Mann sie noch hätte hinbringen können, war ihm zu weit entfernt.tresblueten-petrol-by-raxn-shooting-l-1-von-8

Tja, während ich auf dem Lillestofffestival Spaß hatte, meldete sich also ein Interessent und mein Mann verkaufte sie… Wie ich jetzt weiß. Denn von sich aus hatte er es mir gar nicht erzählt, als ich vor drei Tagen heimkam. Ich musste ihn erst darauf ansprechen… nachdem ich es merkte… Er wollte nämlich wissen, wann es mir auffalle… Naja, konnte ich jetzt nicht so lachen wie er…

Und so traurig ich darüber bin, dennoch kann ich meinen Schatz absolut verstehen. Denn mit der Vespa verband er nicht mehr die grenzenlose Freiheit und das tolle Fahrgefühl, sondern viel Ärger. Klar nervt es wenn man auf dem Weg zur Arbeit oder heimwärts mehrmals stehen bleibt, wenn man die Maschine nicht in Gang bringt, wenn man heimschieben muss, wenn man sie mehrmals in die Werkstatt gibt, Geld investiert und sie einem nachher doch wieder im Stich lässt… Das ist eben das, was mein Mann in den letzten Monaten damit erlebt hat. Während ich die schönen Erinnerungen damit im Kopf hatte. Ich selbst konnte ja nicht mit ihr fahren, weil ich nicht den entsprechenden Führerschein dafür habe. Sondern nur als „Beifahrer“ hinter meinem Mann.

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Gestern im Gespräch meinte er: „Susn, ich fahre doch sowieso fast nur noch mit dem Fahrrad zur Arbeit“! Ja, da hat er auch Recht. Das tut er. „Und außerdem gefiel sie mir sowieso nicht mehr so!“… Hm, mir schon, aber ok. Fakt ist: wir brauchen sie auch nicht wirklich. Sie war inzwischen eher Liebhaberei… Mein Mann fährt mit dem Rennrad zur Arbeit und bei schlechtem Wetter mit dem Auto. Und sollte er sich irgendwann doch wieder eine kaufen wollen, dann würde er sich wieder eine kultige zulegen. Eine, die ihm dann noch besser gefällt und die ihm ein zuverlässiger Begleiter ist.

Es hängen viele Erinnerungen daran… die bedeutendste an unserer Hochzeit vor fast zwei Monaten… schon deswegen hätte ich persönlich sie nie hergegeben… Doch ich kann mich im Allgemeinen oft schwer trennen, vor allem wenn etwas emotional besetzt ist. Und dennoch… es ist nur ein Fahrzeug. Es ist nichts Wichtiges oder Existenzielles im Leben… Sie hat uns einen Teil unseres Lebens begleitet… und das war wunderschön. Das behalte ich in Erinnerung.

Und so nehme ich mit diesen Fotos und Blogpost heute Abschied… und widme unserer Vespa „Maus“ diesen Beitrag… Unserer Vespa… Schnief…

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Letzte Woche setzte sich meine Tochter ganz spontan auf unsere Vespa-Maus. Als wir die Fotos von ihrem neuen Sweater knipsen wollten. Als ich sie sah, dachte ich mir: genial, das passt ja farblich super! Wenn wir das gewusst hätten, dass es das letzte Mal ist, hätte ich wohl mit dem Fotografieren gar nicht mehr aufhören können… gut also dass ich es nicht wusste. Doch irgendwie… So im Nachhinein… Passen die Fotos total.. Etwas melancholisch… Meine Tochter war total im Spiel vertieft, als ich sie fotografierte. Und in Gedankekn… 0Als hätte sie es geahnt…

Doch jetzt freue ich mich über die schönen Bilder zur Erinnerung! Von meiner 8jährigen Tochter in ihrem neuen Sweater. Vor zwei Tagen hab ich euch HIER bereits den allerselben Sweater in der Farbe Himbeere gezeigt. Getragen von meiner 6jährigen Tochter. Eine warme, leuchtende Farbe. Während petrol etwas „kühler und gedeckter“ mit den Blautönen gehalten ist. Wie ich euch geschrieben hatte, wünschte sich auch meine älteste Tochter einen solchen Sweater und entschied sich für die Farbe petrol (Schnitt: „Bimaa-Sweater“ von Näh-Connection). Beide genäht aus den neuen Farben von Tresblüten, die es seit Sonntag Abend bei alles-fuer-selbermacher als Eigenproduktion im Onlineshop gibt.

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Ihr Lieben, wer den letzten Blogpost gelesen hat, kennt auch die Geschichte rund um die Treggins und die Schuhe, die ihr hier seht… das sind nämlich die meiner zweiten Tochter. Doch meine Älteste hat sie fürs Fotografieren hier ausgeliehen. Die Hose passt ihr sogar super und besser als meiner zweiten, der sie zu klein ist… und die Schuhe sowieso. Haben nämlich beide Gr. 35. Jetzt möchte meine 8jährige Tochter natürlich auch solche coolen Schuhe wie ihre kleine Schwester… eh klar! 🙂 Haha!

Yeah und morgen zeig ich euch mein drittes genähtes Designbeispiel aus den neuen Tresblüten-Farben. Ein Rock für mich in olive.

Ich freue mich drauf!

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Eure

Unterschrift kleiner-2

 

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Stoffe:

Hauptstoff: Tresblüten, Farbe petrol. Fabric design by raxn for alles-fuer-selbermacher.

Kombistoff: mit großer Wahrscheinlichkeit: Jersey uni Petrol von alles-fuer-selbermacher  (ganz 100%ig kann ich es aber nicht garantieren) plus Stoff aus meinem raxn-Stoffschätze-Schrank (weiß nicht mehr wo ich ihn gekauft habe). ABER: es passen hier alle möglichen Petrol-Türkis-Blau-Farbtöne!!! Meine verwendeten Uni-Stoffe sind auch nicht exakt die Farben, welche im Tresblüten-Stoff enthalten sind, und dennoch harmoniert es super.

Schnitt:

„Bimaa-Sweater“ von Näh-Connection.

About Susn

Hallo, ich bin Susn alias Susanne Ida Schiegl, freie Designerin aus Bayern/Germany und Gründerin des Labels raxn. Ich bin 35 Jahre jung, Mama von vier wunderbaren Kindern und voller Leidenschaft für alles Schöne, das mich glücklich macht.

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3 thoughts on “Abschied für immer – die letzte Fahrt… mit Tresblüten petrol

  1. Antonie sagt:

    Oh, wie schade um deine Vespa, ich hätte jemanden gekannt, der sie garantiert herrichten hätte können…kann dich echt gut verstehen 😉

  2. Claudia sagt:

    Ach Susn,

    da möchte ich Dich doch gleich mal in den Arm nehmen, die Wehmut schreit ja förmlich aus Dir…
    Ich bin glaub ich auch so wie Du, wer mag schon solche Überraschungen… früher konnte ich noch gut damit, aber wenn man etliche Schicksalsschläge im Leben schon hinter sich gebracht hat, mag man gern die Kontrolle behalten, auch wenn das gar nicht geht… *seufz*
    Die Vespa ist ein wunderschöner Gegenstand, aber wenn er nur noch Mucken macht, kann ich natürlich nachvollziehen, das schriebst Du ja auch, dann kann es sinnvoll sein sie wegzugeben. Das sagt die Vernunft, der Bauch ist da gaaanz anderer Meinung. Aber immerhin hast Du viele Fotos, wohl auch von der Hochzeit und es ist schön, dass Du sie so in Erinnerung behalten kannst, gut das sie „nur“ verkauft wurde und nicht noch ein schlimmes Ereignis damit passiert ist, dass diese Erinnerunen in ein anderes Licht gerückt haben.
    So ist sie wenigstens in liebevolle neue Hände geraten, an jemanden, der sich auch an ihr erfreuen darf. Vielleicht erlebt dieser Mensch jetzt ähnlich schöne Dinge wie Du mit ihr erlebt hast, und es war Zeit für sie zu gehen um andere zu erfreuen…
    Male Dir Dein eigenes wunderbares Bild von ihr, und wer weiß, vielleicht magst Du sie ja auch in einem Stoff verewigen – die Schöne – sie hätte es ja verdient, nicht? 🙂
    Ganz liebe Grüße und danke fürs persönliche Kennenlernen auf den Lillestofffestival! 🙂
    Claudia Furgol

  3. Astrid Wendt sagt:

    Ich kann dich gut verstehen. Wir Frauen sind da ja immer etwas sentimentaler als die Herren. Aber ihr habt ja sicherlich schöne Bilder von eurer Hochzeit und Erinnerungen, die man nie vergisst! 😥
    Liebe Grüße Astrid Wendt

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